26. Februar 2021

NEU! OFFENER BRIEF AN ENTSCHEIDUNGSTRÄGER*INNEN IM BUND UND IM LAND BAYERN

Offener Brief

An

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Staatsminister Prof. Dr. Helge Braun, Kulrurstaatsministerin Monika Grütters

Bayer. Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Büro der Staatsregierung, Bayer. Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Bernd Sibler, Bayer. Staatsminister für Gesundheit und Pflege Klaus Holetschek

Sehr geehrte Entscheidungsträger*innen, 

Beim vom RKI jüngst veröffentlichtem Stufenmodell kommt die Kultur mit klassischen Konzerten wieder einmal überhaupt nicht vor, sie fällt einfach wieder hinten runter. Es werden lediglich Theater und Museen genannt. Weiter erfolgt keine Differenzierung von Veranstaltungen, um welche Art, welches Publikum, welche Räumlichkeiten (Größe?) es sich handelt, ob effektive Sicherheits-Konzepte bestehen und ob die Regelungen auch regional in Niedriginzidenzgebieten gelten sollen. Selbst bei 10-35er-Inzidenz soll die Zahl der Besucher in geschlossenen Räumen jenseits obiger Differenzierungs-Möglichkeiten auf maximal 50 Personen gedeckelt sein. 

Wir als Klassik-Konzertveranstalter müssen leider erneut feststellen, dass mit einer solch pauschalen Obergrenze klassische Konzerte weiterhin nicht durchführbar sind. Die notwendigen Honorare im 4- bis niedrigem 5-stelligem, Euro-Bereich pro Konzert sowie die nicht unerheblichen Nebenkosten sind mit solch gedeckelten Besucherzahlen nicht realisierbar. Unsere Konzertsäle fassen 500 Besucher. Im Rahmen unserer detaillierten Hygienekonzepte haben wir die Zahl der Besucher bereits auf 150 Besucher eingeschränkt (weniger als 30% Auslastung), damit die AHA-Regeln eingehalten werden können. Zusätzlich separate Ein- und Ausgänge, Lüftungskonzept, persönliche Platz-Hinführung, keine Einführungen, keine Abendkasse, keine Garderobe, keine Gastronomie. Bereits diese reduzierte Auslastung resultiert in deutlichen finanziellen Verlusten, die wir nur durch unsere Rücklagen und Sponsoren auffangen können. Bei verordneten 50 erlaubten Besuchern bricht jedoch alles zusammen. 

Wir organisieren als gemeinnützige Vereine im gesamten Oberland südlich von München die viel beachteten klassischen Konzertreihen „quartettissimo!“ (www.quartettissimo.de), „Iffeldorfer Meisterkonzerte“ (www.iffeldorfer-meisterkonzerte.de) sowie das Internationale Streichquartett-Festival „TÖLZER KLASSIK GIPFEL“ (TÖLZER KLASSIK GIPFEL) mit weltweit auftretenden Spitzen-Solisten und –Ensembles (s. auch unten Link mit Pressebericht). BR-KLASSIK überträgt regelmäßig Konzerte aus allen drei Veranstaltungsreihen. Die Vorbereitungen der Konzerte betragen 2-3 Jahre, konzertbegleitende detaillierte Programmhefte mit vielen Informationen über Komponisten, Werke und Ensembles sowie notwendige umfangreiche Werbemaßnahmen 3-6 Monate. Bereits im letzten Jahr mussten alle Konzerte ab März verschoben und neu organisiert werden (erste Verschiebung mit dem Brentano String Quartet aus New York bereits am 14. März 2020). Jede Verschiebung bedeutet einen immensen Aufwand und anstrengende große Flexibilität hinsichtlich der Koordination neuer Termine sowie viel erneute Unsicherheit.

Unser Unverständnis beruht darauf, dass trotz der aktuellen Gefahr steigender Inzidenzen (durch Mutanten) Beschränkungen nicht für alle gelten, sondern Wirtschafts-relevante Bereiche sogar geöffnet werden bzw. bleiben: Arbeitswelt, damit verbundene Öffnung von Kitas und Grundschulen, sowie eine Reihe von Geschäften wie Baumärkte, Gartencenter, personennahe Dienstleister etc. Die Kultur ist wieder nicht dabei, obwohl in diesem Bereich – nach Umsätzen die viertgrößte Branche - Milliarden-Umsätze verloren gehen. Die jüngste Studie der TU Berlin zur Aerosolbildung in unterschiedlichen Situationen bei Raumauslastungen von 30% zeigt, dass Klassik-Konzerte (als Teil der Kategorie Theater, Opern, Museen) mit disziplinierten, ruhig sitzenden, nicht sprechenden, Maske-tragenden, meist älteren Besuchern ganz unten in der Gefährdungsskala liegen und am besten abschneiden, die oben genannten Bereiche mit weiterhin geöffneten Büros und Kitas und Grundschulen ohne Maskentragen jedoch weitaus gefährlicher sind. Klassik-Konzerte sind auch keine Disko-Veranstaltungen oder Rockkonzerte mit singenden und tanzenden Besuchern, werden aber damit  „in einen Topf“ geworfen. Dies ist für uns nicht nachvollziehbar.

Wir fordern dringend, dass Sie als politische Entscheidungsträger nicht nur die genannten Wirtschafts-relevanten Bereiche, sondern auch bei Inzidenz im regionalen Umfeld von bis zu 50 (Landkreis) die wenig gefährlichen klassischen  Konzerte mit der Größer der Konzertsäle angepassten deutlich erhöhten Besucher-Obergrenzen (z.B. mindestens 150-200 Besucher bei 30% Auslastung) in den Hygiene-mäßig seit Langem bestens vorbereiteten Konzertsälen zuzulassen. Um damit den Niedergang klassischer Konzerte zu verhindern. Wir hoffen, dass solche Veranstaltungen bei Ihren politischen Entscheidungen genauso wichtig sind wie obige Bereiche: die Kultur ist ebenfalls ein Geschäftsfeld im Milliardenbereich. Oder ist für Sie die (scheinbar geringe) Anzahl der Liebhaber klassischer Konzerte ausschlaggebend, die vielleicht nicht das Wählerpotenzial darstellen wie andere Bereiche? Kultur mit deren Jahrhunderte-alten Tradition klassischer Musik gehört zur „DNA“ unserer Gesellschaft, daher auch deren Verankerung in unserer Verfassung – unabhängig vom Wählerpotenzial.

Oder initiieren Sie einen viel strikteren richtigen „Lockdown“ als jetzt in ALLEN Bereichen, damit das Infektionsgeschehen nicht wie bisher „weiter dahin dümpelt“ (Kommentar in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 25.2.2021), sondern wirklich effektiv bekämpft wird und dadurch in kürzerer Zeit eine wirkliche Perspektive eröffnet wird, die wieder Planungssicherheit gibt. Damit spätestens ab Ostern planbar wieder klassische Konzerte stattfinden können. Auf „Herdenimmunität“ bei den schleppenden Impfungen zu warten heißt, dass bis mindestens Spätsommer die „dahin dümpelnde“ Infektiosität beherrschend bleiben wird. Dies ist weder zielführend noch akzeptabel.


In der Hoffnung auf Eingang unserer Zeilen in Ihre Entscheidungen

Verbleiben wir

Mit freundlichen Grüßen

Vorsitzender KLANGERLEBNIS e.V.                 

PD Dr. Christoph Kessler                                 

www.quartettissimo.de 

TÖLZER KLASSIK GIPFEL

Vorsitzende Iffeldorfer Meisterkonzerte

Andrea Fessmann

www.iffeldorfer-meisterkonzerte.de

 

https://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/bad-toelz-ort28297/meine-liebe-zur-musik-ist-groesser-90192209.html

 

09. Februar 2021

TÖLZER KLASSIK GIPFEL - EIN FEUERWERK DER MUSIK - LIVE!

Ein neues Festival, das alle ausgefallenen quartettissimo!-Konzerte 2020/21 in neuem Rahmen zusammenfasst und angedacht ist, bei Erfolg evtl. in 2022 mit jungen preisgekrönten Streichquartetten in Ergänzung zu quartettissimo! im 2-Jahres-Rhythmus fortgesetzt zu werden

Ein Feuerwerk der Musik: Vier Spitzen-Streichquartette aus ganz Europa treffen sich beim neuen Festival TÖLZER KLASSIK GIPFEL. Ein Ereignis für alle Musikfreunde! Eine besondere Möglichkeit, um Konzerte nach langer Corona-Abstinenz wieder live zu erleben. Das Festival wird von BR-KLASSIK begleitet:

Di 06.04.2021  Quatuor Modigliani (Paris)
Festivalstart: Wunderklang aus drei Jahrhunderten
Mozart: Streichquartett Nr. 17 B-Dur KV 458 ''Jagdquartett’' • Ravel: Streichquartett F-Dur, op. 35 • Schubert: Streichquartett Nr. 13 a-Moll op. 29 D 804 (1824) '’Rosamunde'' (Mitschnitt BR-KLASSIK)

Mi 07.04.2021  Quartetto di Cremona (Cremona) mit David Orlowski (Klarinette)
Ausflug zu klangvollen Klarinettenquintetten
Anton Webern: Langsamer Satz für Streichquartett • Wolfgang Amadeus Mozart: Quintett für Klarinette und Streichquartett A-Dur, KV 581 • Johannes Brahms: Quintett für Klarinette und Streichquartett h-moll, op. 115

Do 08.04.2021  Marmen Quartet (London)
Hin zum wunderbarsten Streichquartett Beethovens 
Haydn: Streichquartett B-Dur, op. 64,3 • Debussy: Streichquartett g-moll, op.10 • Beethoven: Streichquartett cis-moll, op. 131

So 18.04.2021  Quatuor Van Kujik (Paris)
Festivalabschluss mit Mendelssohns mitreißendem Jugendwerk
Mozart: Streichquartett Nr. 14, KV 387 • Grieg: Streichquartett Nr. 1, op. 27 • Mendelssohn Bartholdy: Streichquartett Nr. 2, op. 13 (Mitschnitt BR-KLASSIK)

Alle Konzerte finden jeweils um 19:30 Uhr im Gabriel-von-Seidl-Konzertsaal des Kurhauses Bad Tölz statt. Die Konzerte werden mit einem detaillierten Sicherheitskonzept durchgeführt, damit alle Besucher sicher die Musik genießen können.

Karten: MünchenTicket (089- 54 81 81 81), Tourist-Info Bad Tölz (08041-7867-0). Die Konzerte fassen die ausgefallenen Konzerte der quartettissimo!-Saison 2020/21 in Form des neuen Festivals zusammen. Alle quartettissimo!-Abo- und Einzelkarten behalten ihre Gültigkeit für die verschobenen Konzerte im Rahmen des TÖLZER KLASSIK GIPFEL.

Keine Einführungen, dafür kostenlose ausführliche Programmhefte mit Informationen über Komponisten, Werke und ausführende Ensembles.

Es ist angedacht, dieses Festival bei Erfolg evtl. alle zwei Jahre fortzuführen (also das nächste Mal im April 2023). Um einen „Kontrapunkt“ zur quartettissimo!-Reihe mit Schwerpunkt auf „arrivierte“ Quartette (wie Quiroga, Jerusalem, Belcea, Borodin, Artemis, Calidore in 2022 und 2023) zu setzen, würden wir den Schwerpunkt dabei auf junge Ensembles (z.B. Preisträger des ARD-Wettbewerbs im Fach Streichquartett 2022 und anderer Wettbewerbe) und ggf. erweiterte Besetzungen (wie z.B. Klavierquartette/-quintette etc.) mit einzubeziehen. Damit könnten wir junge Ensembles fördern und diesen Auftrittsmöglichkeiten vermitteln.

Im Rahmen der quartettissimo!-Konzertreihe werden wir das am 14.03.2020 ausgefallenen Konzert mit dem Brentano String Quartet (New York) am 25.05.2021 nachholen:

25.05.2021 Brentano String Quartet (New York)
Bach: Preludium f-moll (aus: Wohltemperiertes Clavier, Volume II) • Beethoven: Streichquartett Nr. 11 f-moll  • op. 95, Adolphe: Coiled • Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 11 f-moll • Mendelssohn Bartholdy: Streichquartett f-moll, op. 80

 

14. Januar 2021

Interview mit KLANGERLEBNIS-Vorsitzenden zur aktuellen Corona-Lage

Reihe Isar-Loisachbote und Tölzer Merkur: „Wie geht’s…“: Dr. Christoph Kessler, KLANGERLEBNIS e.V., Interview: Sabine Näher

Siehe auch: 20210212-MM-TK-sabine näher-meine liebe zur musik ist größer

Meine Liebe zur Musik ist größer

Am 23.November 2018 fand das quartettissimo!-Eröffnungskonzert im Tölzer Kursaal statt. Initiiert und organisiert wird dieses Projekt von Susanne und Christoph Kessler im Verein KLANGERLEBNIS e.V. gemeinsam mit dem Schatzmeister Dr. Ulrich Nießen. Ihr Anliegen ist, klassische Musik, insbesondere Streichquartett-Musik, in all ihrer Schönheit im gesamten Oberland bekannt zu machen. Auf Bad Tölz fiel die Wahl, weil die dortige Tourist-Info, insbesondere die Stv. Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier, aber auch deren gesamtes Team, das Vorhaben nach Kräften unterstützen und der 1. Bürgermeister Dr. Ingo Mehner umgehend die Schirmherrschaft übernahm. Dass Tölz mit dem Kurhaus einen hervorragenden Konzertsaal mit außergewöhnlicher Akustik und wunderbarem Ambiente zu bieten hat, kam hinzu. Denn hier ist auch der Bayerische Rundfunk gerne bereit, Konzerte mitzuschneiden. Und erste Anfragen, in der wunderbaren Akustik CD-Produktionen zu machen, sind auch schon bei Kessler eingegangen.

Wie ist Ihre neue Reihe vom Tölzer Publikum angenommen worden, ehe sie das Virus ausbremste, Herr Dr. Kessler?

Im Jahr 2020 konnte lediglich ein einziges Konzert stattfinden, zu dem 320 Zuhörer gekommen sind. Auch bei den Konzerten davor hatten wir jeweils zwischen 200 und 300 Besucher – aus dem Stand heraus. Dies war fantastisch! Wir haben uns über den regen Publikumszuspruch sehr gefreut. Es machte uns auch Mut, international führende Streichquartette einzuladen, mit all den damit verbundenen Kosten. Und dann mussten wir alle weiteren Konzerte absagen: Brentano String Quartet aus den USA im März, Esmè Quartet aus Süd Korea sowie Jerusalem Quartet aus Israel im November und Armida Quartet aus Berlin im Dezember. Auch das für Januar 2021 geplante Konzert mit dem Quartetto di Cremona aus Italien musste ausfallen. Aber unser Publikum ist sehr verständig und unterstützt uns. Es kommen Dankesschreiben dafür, dass wir nicht aufgeben. Für diesen Zuspruch sind wir sehr dankbar; dies macht uns Mut, nicht die Flinte ins Korn zu werfen.

Kam bei Ihnen dennoch einmal der Gedanke auf, einfach aufzugeben?

Ja. Ich bin mit fast 72 Jahren gesundheitlich mit einer Reihe von Stents etwas angeschlagen. Deshalb konnte ich – nach fast 30-jährigem Einsatz für die Klassikszene in Wolfratshausen, Icking und jetzt in Bad Tölz – die Ickinger Reihe mit jährlich 11 bis 12 Konzerten nicht weiter führen. Aber meine Liebe zur Musik ist größer, Musik ist mein Leben. Ich möchte niemals aufgeben, musste meinen Einsatz aber reduzieren. Daher suchte ich gemeinsam mit meiner Frau Susanne und unserem Schatzmeister Dr. Ulrich Nießen nach einer kleineren Veranstaltungsform mit jährlich nur drei Konzerten im Winterhalbjahr. Die derzeitige Situation mit all den Neu- und Umplanungen bis in den Frühsommer hinein geht an meine Substanz. Immer diese Ungewissheit, so viel Aufregung, extrem kurze Entscheidungsfindungen mit allen Risiken … Aber jüngst hörte ich Mozarts langsamen Satz aus seinem Klarinettenkonzert: Wie soll ich bei solch wunderbarer Musik aufhören, dafür zu kämpfen, Mozarts Klarinettenquintett mit dem Quartetto di Cremona und dem Klarinettisten David Orlowsky aufzuführen? Gestern habe ich die neuen Verträge für den 7. April 2021 für das Quartett und den Klarinettisten an die Agentur geschickt, so auch die anderen für alle verschobenen Konzerte. Dies beruhigt wieder und verhindert weitere Stents …

Wie beurteilen Sie den Umgang der politischen Entscheidungsträger mit den Kulturschaffenden in der Krise?

Viele der Entscheidungsträger sind Politiker, die offenbar weniger Bezug zur Musik haben. Allein schon die Tatsache, dass Konzerte, Oper und Theater als „Freizeitaktivitäten“ klassifiziert werden, spricht Bände. Dies verkennt das Wesentliche, das Maestro Riccardo Muti während des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker aus dem bedrückend leeren Saal des Wiener Musikvereins vor 50 zugeschalteten Nationen sprach: „Musik ist entscheidend als Menschen-verbindendes Lebenselexier zur besseren Lebensbewältigung und zum geistigem Austausch jenseits von ‚Freizeitaktivitäten’. Dies kann auf die Dauer nicht wegfallen, sondern muss seitens der Politik und Gesellschaft als ‚systemrelevant’ unterstützt werden.“ Dem kann ich mich nur anschließen. Fußball mag vor leeren Rängen für kommerzielles TV stattfinden können, nicht jedoch Musik, gespielt von und für Menschen, die sich gegenseitig bedingen und begegnen.

Sie haben kürzlich einige dieser Entscheidungsträger persönlich angeschrieben. Welche Antworten haben Sie erhalten?

Meine Schreiben an die Politiker (Merkel, Braun, Grütters, Söder, MPR-Büro, Sibler, Huml, Piazolo) verpufften leider. Es war enttäuschend. Lediglich zwei Rückmeldungen kamen: Auf meinen ersten Offenen Brief vom Bayerischen Ministerium für Unterricht und Kultur, dass sie nicht zuständig seien, und auf den zweiten von der Bayerischen Staatskanzlei, dass Unterstützungsprogramme für Kunst und Kultur aufgelegt worden seien.

Hat sich in der Krise vielleicht auch etwas Positives entwickelt?

Positiv wäre, wenn vielen Menschen bewusst wird, wie wichtig Kultur für unser Leben ist. Nicht umsonst hat Kultur gerade in Europa in vielen Jahrhunderten Außergewöhnliches hervorgebracht, es gehört zu unserer europäischen „DNA“. Daher auch die Verankerung der Kultur in unserer Verfassung. Beim Fehlen von kulturellen Veranstaltungen merkt man schnell, wie diese unser Leben täglich bereichern könnten und wie viele Begegnungen damit verbunden wären.

Wie sieht Ihre Konzertplanung für 2021 aus?

Wir hoffen, dass Veranstaltungen nach Ostern wieder möglich sind. Daher haben wir alle ausgefallenen Konzerte gebündelt und werden diese zwischen dem 6. und 18. April im Rahmen des neuen Festivals TÖLZER KLASSIK GIPFEL – EIN FEUERWERK DER MUSIK präsentieren. Wir erwarten das französische Quatuor Modigliani, das italienische Quartetto di Cremona, das Marmen Quartet aus London und das Quatuor Van Kuijk aus Paris. Zwei dieser Konzerte wird der Bayerische Rundfunk wieder mitschneiden. Am 25. Mai holen wir zusätzlich das Konzert mit dem Brentano String Quartet aus New York nach. Im Herbst hoffen wir, in wieder „normalen“ Zeiten die schon länger geplanten Konzerte der Saison 2021/22 regulär anbieten zu können, nämlich am 21. November die beiden spanischen Quartette Cuarteto Quiroga und Cosmos Quartet, die gemeinsam Schuberts Quintett, Brahms erstes Sextett und Mendelssohn Bartholdys Oktett darbieten werden, ein fast orchestrales Programm! Am 23. Januar 2022 ist das legendäre Jerusalem Quartet aus Israel zu Gast mit Beethoven und Schostakowitsch. Den Saison-Abschluss bestreitet am 6. März 2022 das beim Internationalen Wettbewerb in Banff mit dem 1. Preis ausgezeichnete Rolston Quartet aus Canada, das u. a. Dvořáks Amerikanisches im Gepäck haben wird.

Ihr ganz persönliches Fazit des Jahres 2020 – und Ihr Ausblick auf 2021?

Im vergangenen Jahr mussten wir alle viel Geduld aufbringen und zurückstecken; es gab eine Menge Zeit, über vieles nachzudenken. Es gab aber auch Tröstliches: wie etwa Schönheiten in der Natur stärker wahrzunehmen, neu zu erleben und wertzuschätzen. Wenn man nicht immer wieder zu schnell die Beschränkungen gelockert hätte, wären wir in der Bekämpfung der Pandemie sicherlich schon weiter. Daher wünsche ich mir, dass die derzeitigen Beschränkungen in gegenseitiger Solidarität so lange vertieft durchgehalten werden, damit es wirklich zu der notwendigen starken Absenkung der derzeit dramatischen Infektionszahlen und der erschreckend vielen täglich Sterbenden führt. So dass Künstler wieder Auftrittsmöglichkeiten haben und die Lebensfreude von uns allen wieder zunimmt, auch durch den Besuch von Konzerten und Theateraufführungen.

 

07. Januar 2021

Neue quartettissimo!-Konzerttermine

Liebe Besucher unserer Konzerte quartettissimo!

Zunächst möchte ich Ihnen für das neue Jahr 2021 persönliches Glück, bleibende Gesundheit, beglückenden Familienzusammenhalt und Freundschaften sowie bereicherndes gesellschaftliches Leben wünschen, das sich nach den langen derzeitigen Corona-bedingten Entbehrungen hoffentlich wieder einstellen wird.

Wir haben ja leider nicht nur im Frühjahr das Konzert mit dem Brentano String Quartet, sondern jüngst auch - trotz mannigfaltiger Anstrengungen und mehrerer (vergeblicher) Neuplanungen - die beiden Konzerte mit dem Esmè Quartet, ersatzweise Jerusalem Quartet, und Armida Quartett Corona-bedingt absagen müssen. Dies alles hat uns sehr beschäftigt und trotz aller Zukunftshoffnungen enttäuscht, wir hatten aber keine andere Wahl. Fast ein ganzes Jahr ohne unsere geliebte Musik!

Leider müssen wir Corona-bedingt nun auch das für den 17. Januar 2021 geplante Konzert mit dem Quartetto di Cremona und David Orlowski absagen, nachdem am 5.1.2021 seitens der Regierung beschlossen wurde, den strengen Lockdown bis mindestens Ende Januar fortzusetzen.

Bei dem mittelfristigen Ziel der Regierung, gemäß Minister Spahn eine Inzidenz von deutlich unter 50 zu erreichen (bei der derzeitigen 7-Tage-Inzidenz von über 150 sowie weiterhin eine hohe Zahl an Neuinfektionen, und dies noch ohne den Effekt der Feiertage und Urlaubsrückkehrer) müssen wir damit rechnen, dass der Lockdown (zumindest als Teil-Lockdown wie im November letzten Jahres) auch noch im Februar fortgesetzt wird, und damit auch das Konzert mit dem Quatuor Modigliani am 26. Februar 2021 nicht stattfinden kann. Damit sind alle Konzerte der Saison 2020/21 Corona-bedingt durch Absagen betroffen.

Wir möchten jedoch nicht aufgeben und setzen alle unsere Anstrengungen und Neuplanungen daran, dass die Konzerte der Saison 2020/21 nach überstandener zweiter Corona-Welle doch noch stattfinden können. Wir möchten optimistisch sein und hoffen und setzen darauf, dass dies nach Ostern im April 2021 möglich sein wird. Dadurch erhöhen wir - neben unseren strikten Hygienemaßnahmen - auch noch zusätzlich Ihre Sicherheit bei den Konzerten.

Wir freuen uns sehr, dass wir in Zusammenarbeit mit den Ensembles, Agenturen, der Tourist-Info und dem Kurhaus nach Ostern Ersatztermine finden konnten, was nicht so einfach war: die Ensembles müssen aus dem Ausland anreisen, die Agenturen müssen Ihre Tourneepläne angleichen und das Kurhaus darf nicht durch andere Veranstaltungen besetzt sein. Weiterhin wollten wir nicht in den Sommer hinein kommen, da ab Mai/Juni der Sommer mehr „nach draußen“ lockt.

Deshalb haben wir die Ersatztermine in einem kleinem Festival – dem neuen TÖLZER KLASSIK GIPFEL- EIN FEUERWERK DER MUSIK  – in der ersten April-Hälfte gebündelt:
- 06.04.2021, 19:30 Uhr: Quatuor Modigliani (Frankreich)

- 07.04.2021, 19:30 Uhr: Quartetto di Cremona (Italien) mit David Orlowski (Klarinette)
- 08.04.2021, 19:30 Uhr: Marmen Quartet (Großbritannien)
- 18.04.2021, 19:30 Uhr: Quatuor Van Kujik (Frankreich)

Dieses Festival würden wir bei Erfolg evtl. jeweils im April alle zwei Jahre im jährlichen Wechsel mit den TÖLZER THOMAS-MANN-TAGEN und in Ergänzung zu quartettissimo! mit jungen, erfolgreichen Wettbewerb-Sieger-Ensembles fortsetzen.

Alle Veranstaltungen finden im Gabriel-von-Seidl-Konzertsaal des Kurhauses Bad Tölz statt. Ihre Karten aus dem quartettissimo!-Abonnement und die bisherigen Einzelkarten behalten volle Gültigkeit. Das zusätzliche Konzert mit dem Marmen String Quartet ist für Sie als Abonnenten und jetzige Kartenbesitzer frei. Das Konzert mit dem Van Kuijk Quartet ersetzt das ausgefallene Konzert mit dem Esmé Quartet bzw. Jerusalem Quartet im Oktober 2020. Bitte reservieren Sie sich schon jetzt obige Termine in Ihren Kalendern.

Das ausgefallene Konzert mit dem Brentano String Quartet (USA) holen wir mit identischem Programm am 25.05.2021, 19:30 Uhr nach. Auch in diesem Fall behalten die Karten ihre Gültigkeit. Bitte reservieren Sie sich auch diesen Termin in Ihren Kalendern.

Wir hoffen, dass wir Sie mit unserer nachhaltigen neuen Planung nicht wieder mit monatlichen Verschiebungen anschreiben müssen und uns die Corona-Situation im April nicht einen Strich durch die Rechnung machen wird.

Wir hoffen auch, dass wir die quartettissimo!-Saison 2021/22 mit dem Cuarteto Quiroga/Cosmos Quartet (Spanien: 21.11.2021), Jerusalem Quartet (Israel: 23.01.2022) und Rolston Quartet (Canada: 06.03.2022) wie geplant wieder in „normalen“ Bahnen durchführen können. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns auch weiterhin bei den schönen Konzerten im Tölzer Kurhaus mit viel Freude an der Musik begleiten werden.

Maestro Riccardo Muti appellierte eindrucksvoll im Rahmen des jüngsten Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker aus dem (bedrückend) leeren Konzertsaal des Wiener Musikvereins an mehr als 50 zugeschaltete Nationen: Musik ist entscheidend als Menschen-verbindendes Lebenselexier zur besseren Lebensbewältigung und zum geistigem Austausch jenseits von „Freizeitaktivitäten“. Dies kann auf die Dauer nicht wegfallen, sondern muss seitens der Politik und Gesellschaft als „System-relevant“ unterstützt werden. Dem kann ich mich nur anschließen, Offene Briefe an führende Politiker Deutschlands und Bayerns wurden nur teilweise und lediglich formal beantwortet. Fußball mag vor leeren Rängen vor kommerziellem TV stattfinden können, nicht jedoch Musik, gespielt von und für Menschen, die sich gegenseitig bedingen und begegnen.

Nochmals herzliche Grüße zum Neuen Jahr mit wunderbaren Konzerten nach Überwindung der derzeitigen Corona-Krise auch im Namen meiner „Mitstreiter“ im Verein und der Tourist-Info Bad Tölz, Ihr

Dr. Christoph Kessler, KLANGERLEBNIS e.V.

       

Dezember 2020/Januar 2021

Nach besinnlichen Tagen zu Weihnachten und zwischen den Jahren mit hoffentlich wieder positiven Aussichten im Neuen Jahr 2021 und erneut besonderen Konzerten mit herausragenden Streichquartetten möchte ich Ihnen in schwierigen und belastenden Zeiten alle guten Wünsche fürs Neue Jahr 2021 senden. Wir hoffen alle, dass verschärfte Maßnahmen Erfolg haben werden und dadurch in absehbarer Zeit die Fallzahlen deutlich reduziert sein werden, um dann unser Leben wieder normalisieren zu können: mit verantwortungsvollen Öffnungen im Neuen Jahr einschließlich der Kultur und zurückkehrender Konzerte.

Dr. Christoph Kessler

  

Förderer und zuwendende Organisationen

  Stadt Bad Tölz   WirtschaftsForum Oberland e.V.    

KLANGERLEBNIS e.V.

   

Asklepios Stadtklinik Bad Tölz GmbH

  Roche Diagnostics GmbH         
   Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen     Stadtwerke Bad Tölz GmbH Sitec Aerospace GmbH  

Oberbank - 3 Banken Gruppe

  Bayerischer Kulturfonds Bezirk Oberbayern   Stiftung Bayerischer Musikfonds   BR KLASSIK